"Die Spur der Ratten"

Boris von Smercek

Wunderlich Verlag

12,00 DM

(back)

 

Was kleine Kinder alles so beim Spielen am Strand finden: Sand natürlich, Muscheln, Treibholz, alle Arten von Müll, die Leiche einer jungen Frau............

Damit nimmt der Science Thriller "Die Spur der Ratten" von Boris Smercek seinen Lauf.

Jenny Cherone, Mitarbeiterin einer Agentur für Verbraucherberatung, kann nicht glauben, daß der Tod ihrer Kollegin ein Unfall war. Hat ihr plötzliches Ableben etwas mit ihrem letzten Auftrag zu tun? Der steht im Zusammenhang mit einer Ratte aus einer Zoohandlung, die offenbar eine lebensbedrohliche Krankheit auf einen Familienvater und eine Japanerin und deren Sohn übertragen hat. Jenny Cherone verfolgt die Spur, die sie zu einem Unternehmen führt, das sich auf die Züchtung von Ratten spezialisiert hat. Im Verlauf der Handlung mehren sich die Hinweise, daß man dort etwas mit dem Tod von Jennys Kollegin zu tun hat. Zeugen die Jenny befragt werden ermordet und schließlich wird sie selbst zur Gejagten. Ihre Flucht führt sie nach Kanada zu ihrer indianischen Mutter...

Soviel zur Handlung von Boris Smerceks Roman. Alles in allem finden sich hier alle Zutaten für einen vielversprechenden High-Tech-Krimi nach Crichton Vorbild. Ein wenig Gentechnik hier, einige wirklich böse High-Tech-Killer dort, noch dazu Mutter und Tochter vereint im Kampf gegen die Bösen vor der Kulisse Kanadas, Stoff für einen sehenswerten Action-Film..

.Smerceks Vorbilder sind unverkennbar. Sein Roman ist routiniert und flüssig geschrieben, in wissenschaftaftlichen Fußangeln verstrickt er sich nicht allzu sehr, so daß hier nie Langeweile aufkommen kann. Und doch bleibt das alles doch immer ein bißchen fade. Mancher der Akteure stürzt sich mit etwas unglaubwürdigem Eifer in Lebensgefahr für seine Freunde, manchmal geht alles ein bißchen zu glimpflich ab, getreu dem Motto, die Bösen sind besser bewaffnet und in der Überzahl, aber böse Menschen können nicht zielen. Wie um den Gewohnheiten der deutschen Leser gerecht zu werden spielt der Roman in den USA, obwohl der Autor aus Deutschland stammt. Etwas umgearbeitet hätte dieselbe Geschichte doch auch in der BRD funktionieren können. Vielleicht wären die Charaktere dann auch ein wenig lebendiger geworden, statt einheitlicher Schwarz-Weiß-Malerei. Zum Schluß wird der stellenweise etwas schleppende Verlauf dann doch noch recht spannend, um dann ins vorhersehbare - wieder ein bißchen zu glimpfliche Finale zu münden. Ganz nebenbei findet sich auch die Lösung des Rätsels um virulente Laborratten und die tendiert ein bißchen zu sehr in Richtung eines Agentenfilms der Sechziger Jahre, in denen exzentrische, fanatische Millionäre die Welt durch ihre Sehnsucht nach Privatkriegen gefährden. "Die Spur der Ratten". Durchaus ein spannender Roman, aber meiner Ansicht nach kein Highlight aus Deutschland.

 

(back)