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Mit dem sogenannten "Jahrtausendwechsel", überschwemmt eine Flut von, na sagen wir mal, spirituellen Filmen unsere Kinos. Die 2000 bringt eine gehörige Portion Zahlenmystik in unser Leben und so ganz können wir uns alle von dem magischen Datum nicht freisprechen. Zu oft hat man uns "das Jahr 2000" als Symbol für "die Zukunft" präsentiert. Das just zum Jahreswechsel gerade der phantastische Film aufblüht ist da nicht so verwunderlich. Daß neben allerlei technologischen Zukunftsvisionen da auch die Religion eine große Rolle spielt, erstaunt auch nicht so sehr, schließlich versuchen uns seit Jahren schon Propheten vom kommenden Unheil zu überzeugen. "End of Days" ist ein Beispiel für so einen mythologisch- religiösen Mix - "Sixth Sense" ein weiteres, aber eines von viel subtilerem Kaliber. Dr. Crow, gespielt von Bruce Willis, ist Kinderpsychologe, der auf einen jungen Patienten trifft, dessen Symptomatik ihn an einen früheren Fall erinnert. Da Crows Therapieversuch damals scheiterte und später zum Selbstmord des Patienten führten (in Crows Badezimmer, wobei er selbst angeschossen wurde) , liegt ihm der kleine Cole im so mehr am Herzen. Der scheint emotional gestört, leidet unter Angstzuständen und hat Verletzungen deren Ursprung unklar ist. Crow gelingt es durch sein Engagement das Vertrauen des Jungen zu gewinnen, bis der ihm endlich eröffnet, wovor er sich fürchtet.............. Diese Inhaltsangabe erinnert an einen der typischen amerikanischen TV-Filme mit ihrem Lieblingsthema Kindesmißbrauch. Tatsächlich ist "the Sixth Sense", der vermutlich subtilste Horrorfilm der letzten Jahre - wobei der Begriff Horror hier völlig deplaziert ist und geradezu degradierend wirkt. "Sixth Sense" verzichtet fast völlig auf Spezialeffekte, oder oberflächliche Spannungselemente. Schreckeffekte, die man zu Anfang noch erwartet, bleiben fast völlig aus, wirken jedoch gerade wegen ihres sparsamen Einsatzes um so heftiger. Man spart mit Bilder des Entsetzens, setzt viel mehr auf der Aufbau einer düsteren Grundstimmung, die auf dem ganzen Film lastet ohne ihn unnötig schwer zu machen, oder überzogen düster, wie beispielsweise Finchers "Sieben". Obwohl ich es zunächst für einen Werbespruch hielt, stellte sich die Pointe doch als äußerst gelungen und überraschend heraus. Bei mir kam fast schon Ärger auf, daß ich nicht sofort darauf gekommen war.............. Aber das macht eben eine gute Auflösung aus. Besonders eindrucksvoll fand ich den Darsteller des Jungen, ein enormes Naturtalent, dessen Ausstrahlung und Glaubwürdigkeit den gesamten Film trägt. Erstaunlicherweise gelingt es aber auch Mr.Willis ohne Zigarette, coolen Spruch und Schußwaffe zu überzeugen. "Sixth Sense" ist mein absoluter Top Tip - wer noch nicht drin war: Nichts wie rein!!!!!!!!! Übrigens hab ich mich köstlich amüsiert, als ich neulich eine kurze, völlig falsche Inhaltsangabe des Films in der "Bravo- Screenfun" las. Für einige Zeitgenossen ist diese Geschichte nicht nur im spirituellen Sinne zu hoch.............. (Eines nur zu Pointe: Der Mann, der sich im Badezimmer erschießt ist NICHT der Junge, aber das sollte eigentlich jedem klar sein) |