Rezensionen

Einige Kritiken:

Adrian Maleska auf

www.fantasybuch.de

"Thorsten Küpers Buch "Sinzigs Arche / Ein normaler Tag im Leben eines Gottes" enthält zwei gleichnamige SF-Geschichten.

In "Ein normaler Tag im Leben eines Gottes" schildert der Autor eine düstere Zukunftsvision. Die menschliche Rasse ist nahezu vom Anlitz der Welt verschwunden, dahingerafft von einer plötzlich aufkommenden Seuche, gegen die es keine Hilfe gab. Nur zwei Menschen blieben, wie durch ein Wunder, verschont. Doch sie sind nicht die einzigen Überlebenden der Katastrophe: Ein Stamm im Labor gezüchteten Wesen gelangte in die Freiheit und breitet sich in der nun Menschenleeren Welt aus ... Mehr verrate ich nicht, schließlich ist das eine Kurzgeschichte und jedes weitere Wort könnte zuviel aufdecken.

Die zweite Geschichte, "Sinzigs Arche" ist sehr umfangreich, ich tendiere daher dazu sie als Novelle zu betiteln. Im Prinzip handelt es sich um eine Kriminalgeschichte im SF-Gewand, mit allem was der Krimifan erwartet: Einem Tatort voller Leichen, unbekannten Motiven, einem Inspektor der in Mordsache ermittelt und einem überraschenden Schluß, auf den keiner so leicht kommen wird.

Die Handlung spielt in Hamburg, in einem Hafen der Zukunft, in den nicht etwa normale Schiffe, sondern Hitec-Zeppeline einkehren. Dort läuft, durch einen Autopiloten gesteuert, ein riesiger Zeppelin eines mächtigen Geldmagnaten ein. An Bord die versprochenen Leichenberge nebst ebenso mausetoten Besitzer. Das ist ein klarer Fall für Inspektor Marburg, den besten Mann der hiesigen Kripo. Wie es nicht anders sein kann, fehlt von den Tätern jegliche Spur. Deren Motive bleiben ebenfalls im dunkeln. Die überdimensionalen Maße des Zeppelins und in der Stadt aufkommende Unruhen, durch die Personal von diesem Fall abgezogen werden muß, behindern die ohnehin schon schwierige Untersuchung. Marburg kommt nach einer Weile schließlich dahinter, was gespielt wird, aber keineswegs so wie es sich das gewünscht hätte. Der Fall wird schließlich aufgelöst und hier kommt die Überraschung: Die bis dahin eher gewöhnliche Krimigeschichte macht hier einen Schlenker zur SF hin und das wird selbst die hartgesottenen Krimifans überrumpeln!

Anfangs war ich etwas reserviert, als ich das Buch in den Händen hielt. Ein mir bis dato unbekannter Autor, ein eher unschenbar aussehendes Buch, dazu in einem Kleinverlag herausgegeben. Könnte es denn gut sein? Ja, und ob! Nach den ersten Buchseiten war die anfängliche Skepsis vergessen. Die Lektüre packte mich. Überaus spannend und gekonnt zog mich der Autor immer tiefer in das Geschehen hinein. Dabei bediente er sich schier ungewöhnlicher Stilmitteln wie der Provokation (ich empfand das zumindest so) gepaart mit einer gekonnten Sprache und sehr raffinierter Storyführung.

Als ich dann an der letzten Seite anlangte, mußte ich feststellen, dass draußen inzwischen dunkel wurde. Ich hatte das Buch in einem Zuge gelesen und darüber die liebe Zeit vergessen. Und das ist eine klare Empfehlung. Das passiert mir nicht alle Tage!

Irgendwie konnte ich nicht glauben, dass ein unerfahrener Autor ein so gutes Erstlingswerk abliefert, dafür ist die Sprache zu geschliffen und irgendwie... zu geübt. Tatsächlich, Nachforschungen auf der Webseite des Autoren www.Sublevel12.de brachten zutage, dass er durchaus auf eine längere Reihe Publikationen zurückblicken kann u.A. in der Fachzeitschrift CT und das kann nur Gutes heißen... Jedenfalls beweist mir sein Buch klar, dass spannende Bücher weder von einem der großen Verlage noch von prominenten Autoren kommen müssen! Hut ab vor dieser Leistung! Ich warte gespannt auf seine weiteren Werke.

Als Wertung vergebe ich 9 von 10 möglichen Punkten. Gemäß dem Motto: Klasse Lesestoff = Gute Wertung."

Gabi Scharf auf

www.storyline-net.de

"Die erste Erzählung ist angesiedelt in einer Welt von affenähnlichen Wesen, die Gorans, Überreste der menschlichen Zivilisation und zweier Menschen. Die einzigen Überlebenden ihrer Rasse. Der Autor führt uns in eine düstere postapokalyptische Welt, die von Einsamkeit für den Ich-Erzähler Konrad geprägt ist. Auch wenn nur eine Frau und ein Mann die weltweite Katastrophe überlebt haben, spiegelt sich hier menschliche Schwäche, Emotionen die keinen Halt finden und es wohl auch nie konnten. Konrad setzte alles daran, diese Welt zu gestalten, um nicht von ihr gelenkt zu werden. Doch auch ein Gott kann irren. Die zweite Erzählung "Sinzigs Arche" lebt von dem Hauptprotogonisten Marburg, der einen grauenhaften Mordfall auf Sinzigs Arche, ein überdimensionales Luftschiff eines reichen Exzentrikers, aufklären muß. Der Autor zeichnet hier einen vielschichtigen Charakter eines verbitterten Mannes. Doch nicht nur dieser Charakter eines Marburg fesselt, sondern auch die spannende Handlung und die noch fesselndere Aufklärung der Geschehnisse an Bord von Sinzigs Arche, die in einem fast schon grotesken (und äußerst überraschenden) Finale endet. Thorsten Küper hat mit diesem kleinen nur 80 Seiten starken Buches nicht nur sein Talent als hervorragender Autor unter Beweis gestellt, sondern mir auch als Leser jene Art von Science-Ficition zurückgebracht, die eben nicht ausschließlich auf der Welle einer Spaßgesellschaft daherkommt oder nur die Beschreibung von SF als eigentlichen Hauptgrund nimmt. SF ist hier Mittel zum Zweck spannend zu erzählen, überraschend zu agieren und den Leser in die Welt des Autors eintauchen zu lassen. "Ein normaler Tag im Leben eines Gottes / Sinzigs Arche" kann ich jedem Leser sehr empfehlen."

 

Carsten Kuhr auf

www.phantastik.de

Zwei Erzaehlungen legt der mir bislang unbekannte Autor in diesem duennen Baendchen vor Leider finden sich hier auch keine weiteren bibliographischen Angaben zum Autor, so dass wir uns ganz auf die beiden Texte konzentrieren muessen.

Die erste Geschichte zweigt uns eine von Menschen entvoelkerte Welt. Durch einen kuenstlichen Virus ist die Menschheit bis auf zwei Personen ausgestorben. Unsere Eva und ihr Adam aber, sind einander nicht sonderlich gruen. Sie, eine aktive Umweltschuetzerin, die sich frueher um die Erhaltung der Gorillas verdient gemacht hat ist, den Avancen des sie abgoettisch verehrenden Adams abgeneigt. Vor einigen Jahren hat unser Adam aus in der Arktis aufgefundenem Genmaterial eine verstorbene Menschenrasse, den Homo Erektus wieder auferstehen lassen, nun traegt sie die Frucht eines der geklonten Menschenaffen unter ihrem Herzen.

Im zweiten umfangreicheren Text ermitteln wir mit einem Hamburger Mordinspektor ein mysterioeses Verbrechen. Der reichste Mann der Erde hat sich seit Jahren auf einen gigantischen Zeppelin zurueckgezogen. Als dieses Luftschiff eines Tages fuehrerlos in Hamburg einlaeuft, und nur Leichen an Bord zu finden sind, muss unser Inspektor sich des Mysteriums annehmen - was geschah in dem fliegenden Palast, wozu benoetigte der Exzentriker ein komplett ausgestattetes Klonlabor und Genproben von Elvis, Einstein, Goehring, Mengele und dem Fuehrer?

Bleibt die erste Kurzgeschichte noch weitgehend im Bereich des Ueblichen, und eher unauffaellig, so gelang dem Autor in der Aufloesung des behutsam aufgebauten Raetsels des Verbrechens der zweiten Novelle ein ueberzeugender Klimax. Fast aus dem Lehrbuch koennte man diese Story als Lehrbeispiel "wie verfasse ich eine Kurzgeschichte"nutzen. In einem gelungenem Spannungsbogen baut er die Spannung um die Geschehnisse auf, und praesentiert uns ein ebenso ueberraschendes, wie folgerichtiges Finale. Keine grosse Literatur, aber insbesondere was SINZIGS ARCHE anbelangt ein gelungenes Stueck Kurzprosa.

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