Schattierungen von Düster - Kurzfilmdreh im umgebauten Wohnzimmer

von Thorsten Küper

 

Heute war ich ein fetter Android - zumindest in der Verfilmung von Christian Günthers Kurzgeschichte "Schattierungen von düster". Der Dreh sollte eigentlich pünktlich um 10 Uhr bei Regisseur Jörg Pispisa beginnen. Peinlicherweise bin ausgerechnet ich für die erhebliche Verzögerung der Dreharbeiten verantwortlich - ich bin nämlich direkt aus dem Urlaub gekommen.

Als ich eintraf, hatte die Crew bereits gute zweieinhalb Stunden mit Warten vergeudet. Tja, jeder echte Filmdreh braucht eine Diva und in diesem Fall war ich das mal.

Meine Rolle in "Schattierungen von düster" ist nicht unbedingt die größte. Zierlich gebaut wie ich bin, darf ich einen Typen namens Bobby Fat mimen. Ein unangenehmer Zeitgenosse, der nicht ganz so schlank ist, dafür aber besonders unangenehme Manieren hat. Einen großen Teil meiner Rolle besteht darin, eine attraktive junge Dame an zu graben. Besonders schwierig bei der Sache: Es gibt für diese Szene keinen vorgefertigten Text, ich soll "einfach mal so machen wie Du willst." Mit anderen Worten: Zehn Minuten am Stück muss ich meine Mitspielerin nach allen Regeln der Kunst mit übelstem Brunftgequatsche nerven. Improvisiert, versteht sich. Das ist akzeptabel, weil der Dialog im Film später nicht zu hören sein wird, macht es aber auch nicht unbedingt leichter. Was soll`s, nun bin ich schon mal da. Also spule ich meine gesamte schwarze Liste an Anmachen ab, die ich so nie verwenden würde. Für mich eine ziemlich peinliche Angelegenheit, denn die restliche Crew kann die Show zehn Minuten lang genüsslich verfolgen. Klar kommt da die Frage auf, ob ich meine Freundin auch so aufgerissen habe.

Dagegen ist der Rest ein echtes Kinderspiel. Der Tod könnte eine echte Erholung sein, müsste man dabei nicht die Augen offen lassen und die Luft so lange anhalten. Trotzdem finde ich einer großen Blutlache liegend etwas Entspannung von der langen Anfahrt und meiner ziemlich flachen Anmache.

Gedreht wird übrigens vor einem riesigen Greenscreen, den Jörg selbst hergestellt hat und dem nun der größte Teil seines Wohnzimmers weichen mußte. Große Unterschiede zu den Dreharbeiten der letzten Star Wars Filme gibt es da nicht mehr. Nur, dass wir keine Laserschwerter benutzen...

Besonders schön bei diesem Projekt: Es gibt sogar Gage. Ein riesiges Stück Pizza und ein neues weißes Hemd erhalte ich für meine glanzvolle Darbietung in "Schattierungen von Düster" Nimmt man noch den Spaß dazu, den ich hatte, während ich mich vor der Kamera zum Deppen mache, hat es sich eindeutig gelohnt.

Klar, dass ich sehr gespannt bin auf den fertigen Film. Darüber werde ich natürlich berichten, sobald ich mehr weiß.

Schöne Grüße noch mal ans Team. Hat Spaß gemacht mit Euch und bis zur hoffentlich baldigen Premieren.