| Der Farmer Tom Lasker ist ziemlich überrascht als er beim Umgraben seines Landes auf ein Schiff stößt, das sich bei näherer Betrachtung als hochmoderne Segelyacht aus einem nicht verrottenden Material entpuppt. Das ist allerdings nicht weiter verwunderlich, wenn man in der Nähe eines großen Sees wohnt - wenn man mal davon absieht, daß der seit zehntausend Jahren nicht mehr existiert. Forschungsarbeiten die von Amateuren durchgeführt werden, führen schließlich zur Entdeckung des sogenannten Rundhauses, des vermutlichen Ursprungshafens der Yacht. Doch das Rundhaus ist mehr als ein Bootshaus, es entpuppt sich vielmehr als Durchgang zu einer paradiesischen Welt, an deren Strand man den Aufgang, nein, nicht nur der Sonne, sondern auch des seltsam nahe gerückten Pferdekopfnebels beobachten kann. Das Rundhaus ist ein Tor zu anderen Welten und wie der Zufall es will, befindet es sich auf Indianerland. Schon bald stellt sich für die Ureinwohner die Frage, ob sich hier nicht die Möglichkeit zu einem Neuanfang bietet auf einer Welt, die ihrer alten, verlorenen verblüffend ähnlich ist. James McDevitts Spezialgebiet ist es Archäologie und die Suche nach außerirdischer Intelligenz miteinander zu kombinieren. Wie bereits in seinen vorherigen Romanen Erstkontakt und Gottesmaschinen beschreibt er die Entdeckung einer anderen Intelligenz ,oder zumindest deren Hinterlassenschaften. Seine Aufmerksamkeit gehört dabei weniger den Hauptfiguren ,als den Konsequenzen, die eine solche Entdeckung für die gesamte Menschheit hätte. Was geschieht mit der Wirtschaft, wenn plötzlich unverwüstliche Werkstoffe zur Verfügung stehen, oder noch viel revolutionärere Transportmethoden, die Autos, Flugzeuge und Schiffe in einen riesigen Haufen nutzlosen Altmetalls verwandeln? Der Beraterstab des Präsidenten sieht als einzige Möglichkeit die globale wirtschaftliche Katastrophe abzuwenden die Vernichtung des Rundhauses. Die Sioux, Besitzer und Verwalter des Artefakts sind bereit sich dem zu widersetzen. Ein neuer, folgenreicherer Krieg zwischen den USA und den Ureinwohnern Amerikas scheint unabwendbar... Jack McDevitt gelingt es die Politik in seinem Roman einzufügen, ohne daß er dadurch zu langatmig würde. Gleichzeitig bleibt eine spannende Erstkontaktgeschichte, die ohne aggressive Aliens auskommt und doch an den richtigen Stellen unheimlich genug ist, um den Leser auf dem Sessel zu halten. Genial ist die Idee ein Segelschiff als Relikt einer Hochtechnologie zu verwenden, statt des üblichen großes,düsteres-Raumschiff-irgendwo-im-Urwald-Standard-Aufhängers. Ein wenig unglaubwürdig finde ich allerdings, daß das Rundhaus nicht sofort nachdem seine Funktion als Transportmittel einer Hochtechnologie entdeckt wird, unter die Kontrolle der Regierung gestellt wird, statt von privater Hand verwaltet zu werden. Trotzdem ein meiner Ansicht nach sehr gelungener Roman, der spannende Unterhaltung garantiert.
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