Die
Honey Hair Bar
in Bochum ist schon ein ziemlich ungewöhnlicher Laden. In
der kleinen Bar mit Glitzerkugel im Siebziger Jahre-Look kommt jene
gemütliche Atmosphäre auf, die man mit "Kulturkneipenfeeling" umschreiben
könnte. Eventuell wundert man sich über die beiden Friseurstühle
mitten im Raum, grübelt bei einem Cocktail noch einmal über den Namen
nach und begreift dann, dass die Honey Hair Bar nicht nur eine Bar,
sondern auch ein Friseursalon ist.
Man
hat also die Wahl, sich dort entweder einen neuen Haarschnitt zu gönnen,
einfach nur einen Cocktail zu schlürfen, sich von DJs beschallen zu
lassen, oder das alles gleichzeitig zu tun. Wer dazu noch einen gewissen
geistigen Nährwert sucht, dem werden regelmäßige Lesungen geboten. Autoren
der Schreibcommunity Kurzgeschichten.de
vers
ammeln
sich an jedem 2. Samstag im Monat zu einem Themenabend in der Honey
Hair Bar. Am gestrigen Samstag den 14.1 stand Science Fiction auf dem
Programm und so lud mich Uwe Post kurzer Hand - na ja, nach Ausfall
eines Autors - ein, eine meine Storys zu lesen. Eine schöne Idee, die
beinahe an den strengen Regeln von kurzgeschichten.de scheiterte. Die
Lesezeit darf pro Story nämlich nicht das 10 Minuten Limit überschreiten,
was noch kein allzu großes Problem wäre. Die Geschichte muss aber auch
komplett vorgetragen werden. B
ei
der Länge meiner Texte ein Ding der Unmöglichkeit. Eine alte Kamelle
musste her. "Jenkins Zuflucht" aus dem Jahr 1996 ist die kürzeste Story,
die ich jemals geschrieben habe, und genau die habe ich gestern zum
ersten Mal seit vier Jahren wieder vorgetragen.
Im
Verlauf des Tages hatte sich meine Erkältung verschlimmert, so dass
ich noch am Nachmittag mit dem Gedanken spielte, einfach abzusagen.
Glücklichweise habe ich mich doch noch aufgerafft. Im Bett liegend
hätte ich mich vielleicht schneller erholt, dafür aber auch
einen ziemlich unterhaltsamen Abend verpasst, der mir nicht nur durch
Cocktails,
sondern
amüsante Stories und einige nette Fachsimpeleien versüßt wurde. Mittlerweile
hat mich die Erkältung übrigens voll erwischt und ich rotze herum
wie das Opfer irgendeines mysteriösen Killervirus. Damit kann ich mir
wohl sicher sein, zumindest bei meinen Zuhörern in den ersten Reihen
etwas Bleibendes hinterlassen zu haben...
Hat
auf jeden Fall Spaß gemacht. Ich hoffe, es ergibt sich mal wieder
eine gemeinsame Lesung.
Wer
sich für die Lesungen interessiert, findet hier die nächsten Termine.