| Für die Freunde des schrägen Kinos, habe ich hier eine ganz besondere Empfehlung. Mit „Ghost Dog“ variiert Regisseur Jim Jarmusch ein weiteres mal das Lieblingsthema des Film Noir: Die Geschichte des einsamen , nachdenklichen Berufskillers. Der wird hier verkörpert durch Forest Whitaker (bekannt u.a. durch „Species“, „Phenomenon“) in der Titelrolle als „Ghost Dog“. Whitaker kenne ich vorrangig in Rollen als großer, etwas schwerfällig wirkender, gutmütiger Schwarzer. Um so beeindruckter war ich von seiner Darstellung des charismatischen Einzelgängers, der sich selbst als Samurai betrachtet und dem alten japanischen Ehrenkodex konsequent folgt. Whitaker demonstriert in einigen Szenen mit dem Samuraischwert wirklich unerwartete Beweglichkeit, aber vor allem seine Schauspielkunst ist überzeugend. Auch die Mafia präsentiert sich hier auf denkbar schräge Art. Ein Clübchen übergewichtiger, ständig Trickfilme konsumierender alter Männer, von einer Skatrunde im Seniorenheim kaum noch zu unterscheiden. Durch seine überzogene, manchmal allzu menschliche Darstellung der alten Paten, bricht Jarmuschs Film aus jedem Klischee aus. Dazu kommt noch eine ganze Portion trockenen Humors, über den alten Mafioso, der nur deswegen eine Polizistin erschießt, weil er für die Gleichberechtigung ist, bis zum pomadisierten Alt-Gangster der vorm Badezimmerspiegel Songs von Wu-Tang-Clan nachrappt. Doch eines ist „Ghost Dog“ ganz bestimmt nicht: Action-Kino. Vielmehr ist es ein stiller Film, mit Sinn für ungewöhnliche Dialoge und Bilder. Und genau dort liegt auch sein Reiz. Jarmuschs Film wirkt wie eine Aneinanderreihung einzelner kleiner, witziger Szenen. Vor allem leiser Witz ist gefragt und der ist vorhanden, solange man richtig hinhört und hinschaut. „Ghost Dog“ ist für mich ein richtiger Geheimtip!
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