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"From Hell" USA 2001 Regie: The Hughes Brothers Darsteller:Johnny Depp, Heather Graham, Ian Holm
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Totaloperation leicht gemacht... Wohl keine historische Gestalt beschäftigt die menschliche Phantasie so sehr wie die des Jack The Ripper. Gut 130 Jahre nachdem der Mörder in den finsteren Gassen Londons zum letzten Mal zuschlug, ist die Faszination für den mysteriösen Serientäter ungebrochen. Historiker und selbsternannte Wissenschaftler rätseln auch heute noch über die wahre Identität der Person, die im Jahre 1888 auf bestialische Weise fünf Prostituierte im Londoner Eastend tötete. Jack verließ die dunklen Gassen und betrat die Leinwände die Kinos, mordete sich durch eine Unzahl von Kino- und Fernsehfilmen, reiste sogar mehrfach durch die Zeit, und brachte es zu Gastspielen in diversen Science Fiction-Serien, darunter "Raumschiff Enterprise", "Timecop" oder "Babylon 5". Man könnte behaupten, gerade Science Fiction Autoren haben eine seltsame Vorliebe für den Schlitzer aus Großbritannien. Sein Mythos liegt sicher weniger in den brutalen Morden begründet, als in den Gerüchten, die sich damals rasch in London ausbreiteten. Selbst die königliche Familie schien in die Angelegenheit verwickelt zu sein, eine Theorie für die heute einige ungewöhnliche Umstände der Mordserie sprechen. Mit "From Hell" nehmen die Hughes Brothers ein weiteres Mal die filmische Spur des Rippers auf. Ihr Film ist eine Adaption des Comics von Alan Moore und Eddie Campbell, der seinerseits auf einer Theorie des Autors John Wilding beruht. Der opiumabhängige Inspektor Abberline genießt zweifelhaften Ruhm bei der Londoner Polizei. Seine Visionen im Drogenrausch helfen ihm immer wieder, Täter dingfest zu machen. Doch gerade wegen seiner unorthodoxen Ermittlungsmethoden wird er damit betraut, den Mord an der Prostituierten Mary Ann Nichols aufzuklären. Es soll aber nicht bei einem Opfer bleiben. Bald kommt es zu einer regelrechten Hysterie, rassistische Gerüchte kursieren und bringen jüdische Bürger Londons in Verdacht. Der Fall erreicht politische Dimensionen und Unruhen in der Bevölkerung sind zu befürchten. In diesem aufgeladenen Klima stößt Abberline auf Zusammenhänge mit dem Verschwinden einer Prostituierten noch vor Beginn der Morde. Die hatte anscheinend eine Liaison mit dem britischen Thronfolger, war sogar mit ihm verheiratet. Abberline muss sich schon bald die Frage stellen, ob die königliche Familie im Hintergrund die Fäden zieht… Die Hughes Brothers zeichnen ein detailgetreues und stimmungsvolles Bild des historischen Londons. Ihre Motive sind klassisch, doch filmisch ist "From Hell" voll auf Höhe der Zeit. Lange Kamerafahrten untermalt von sphärischem Soundtrack wechseln sich ab mit schnell geschnittenen Sequenzen im Videoclip-Stil. Unter blutrotem Himmel nimmt Abberline die Fährte des Rippers auf. Durch die dekadente Metropole London folgt er der Spur des Unbekannten auf einem Weg, der durch düstere Opiumhöhlen, Irrenanstalten und geheime Versammlungsorte der Freimaurer führt. Erfüllt von dubiosen und bizarren Gestalten könnte die Stadt auch auf irgendeinem fernen Planeten liegen und das gerade weil sich die Macher um Authentizität bemühet haben. Selbst der Elefantenmensch Joseph Carey Merrick gibt sich die Ehre mit einer Maske, die der von John Hurt aus der 1980er David Lynch-Verfilmung fast 1 zu 1 entspricht. Interessante und vielschichtige Charaktere machen "From Hell" zu einem sehenswerten Thriller. Jonny Depp überzeugt nach "Sleepy Hollow" ein weiteres Mal als Ermittler in einem historischen Krimi. Aus dem ehemaligen "Jump Street" -Schönling ist im Laufe der Jahre ein echter Schauspieler geworden. Namen von Charakterdarstellern wie Robbie Coltrane ("Fitz", "James Bond") oder Ian Holm ("Alien", "Der Herr der Ringe") sprechen für sich in einer Geschichte, die allerdings auch ohne Staraufgebot sehenswert bliebe. Der leicht mystische Einschlag verleiht diesem Krimi um Opium, Medizin und Freimaurerei noch zusätzliche Würze, ohne die Geschichte unglaubwürdig werden zu lassen. Neben spannender Unterhaltung bietet "From Hell" nämlich auch noch eine plausible Theorie über die wahren Gründe der vielleicht rätselhaftesten Mordserie der Geschichte. Die basiert auf den Recherchen des Autors John Wilding. Die Frage nach dem Verbleib von Jack the Ripper wird übrigens auf bissige Art und Weise beantwortet. Insgesamt hat mich "From Hell" vollkommen überzeugt und zählt für mich zu den besten Thrillern der letzten Jahres.
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