Dortcon 2007: CyberLive und NOVA Room Party

von Thorsten Küper

 

Nachdem wir die Einladung bereits vor über einem Jahr erhalten haben, war es gestern endlich soweit. In Dortmund fand an diesem Wochenende zum mittlerweile vierten Mal der Dortcon statt. Ein Programmpunkt dabei: Uwes und meine gemeinsame Lesung CyberLive. Eines stand für uns dabei schon früh fest:

Es sollte keiner der üblichen Standardvorträge, die einfach so vom Blatt gelesen werden, sein, sondern eine Art Multimediavent mit kleinen Gags. Jetzt können wir es ja verraten: Als das Plakat für unser Event auf der Dortcon Seite online ging, haben wir selbst noch nicht genau gewusst, was wir da eigentlich machen wollen. Unsere Zeit für Vorbereitungen war deswegen letztendlich doch sehr begrenzt. Insbesondere Uwe hat in den letzen Tagen viel Vorarbeit in die Computeranimationen gesteckt und natürlich haben wir es uns als Filmemacher auch nicht nehmen lassen, eigens für die Show noch einen kleinen Kurzfilm zu produzieren.

Doch wer multimedial arbeitet, dazu Laptop, Beamer und Soundanlage einsetzt, darf sich über technische Probleme natürlich nicht wundern. So musste Uwe noch kurzfristig Kommunikationsprobleme zwischen Laptop und dem zur Verfügung gestellten Beamer beseitigen – wobei er gleich noch den Programmpunkt direkt vor uns rettete.

Nachdem ich auf einer Art Karnevalsveranstaltung für Star Trek Legastheniker auch schon vor leeren Reihen gelesen habe, kann mich die Abwesenheit eines Publikums mittlerweile nicht mehr überraschen. Doch unsere Befürchtungen hinsichtlich mangelnder Aufnahmefähigkeit der anwesenden SF-Fans wurden schnell zerstreut. Trotz parallel laufenden Perry Rhodan Programmpunktes fanden sich bei CyberLive rund 40 bis 50 Zuhörer ein – die sich als interessiertes und auch amüsiertes Publikum erwiesen.

Von mir gab es zwei Auszüge aus der mittlerweile für den Kurd Laßwitz Preis nominierten Story „Exopersona“ zu hören. Im Hintergrund lief dabei ein computeranimierter Flug durch die gigantische Pyramide, in der meine Story spielt, dazu einige mit Second Life erstellte Screenshots mit Szenen aus der Geschichte.

Uwe las seine Cyberpunk Story „Pizza Cippola Redoc“ und das „Sehbuch“ „Wotan“, eine ziemlich fiese – und das meine ich positiv – Geschichte über den programmierbaren Pitbull eines Neonazis.

Zu einem Eklat kam es allerdings dann doch noch, als Uwe und ich ein uns von Unbekannten zugespieltes Enthüllungsvideo zeigten. Das offenbarte eine sehr beunruhigende Erklärung für die außergewöhnlichen literarischen Fähigkeiten eines uns wohlbekannten Cyberpunk-Autors. Es hat ganz den Anschein, als würden einige von uns bereits Hirnimplantate tragen. Sieht man von so erschreckenden Erkenntnissen ab, bleibt für mich die Erinnerung an eine der wohl spaßigsten Lesungen der letzten Jahre. Bitte mehr davon.

Im Anschluss folgte übrigens eine der berüchtigten NOVA-Room-Parties. Gute Gelegenheit um ein paar Ideen mit den Machern auszutauschen und andere Autoren zu treffen. Aber liebe NOVA-Crew: Eins will ich hier aber doch gleich noch mal ansprechen: Die Tatsache nämlich, dass auch in diesem Jahr keine nicht-alkoholischen Getränke angeboten wurden. Einige von uns fahren Auto, meine Herren und sind auch nicht bereit, ihre Freizeit in versifften Regionalzügen zu verbringen, um an einer Kanne Bier zu schlürfen. Hieß es nicht im Forum, dass diesmal auch nullprozentige Flüssigkeiten angeboten werden sollten? Ändert das Jungs!

An dieser Stelle möchte ich meinen Bericht dann auch abschließen – denn mein Korteximplantat blendet ständig das Warnsymbol für eine leere Batterie in mein Sichtfeld ein.