| Astronautengattin zu sein, ist bestimmt kein einfacher Job. Die Wahrscheinlichkeit den Ehemann als Sternschnuppe übers schöne Florida rieseln zu sehen, ist doch immer recht groß. Jillian Armacost entgeht nur knapp dem Schicksal, Astronautenwitwe zu werden und eine auf Taschentuchgröße gefaltete amerikanische Flagge überreicht zu bekommen. Ehemann Spencer (gespielt von Johnny Depp, der 1999 eine ganze Menge Phantastik aufs Parkett legte, siehe "Sleepy Hollow") verunglückt mit seinem Kollegen bei Reparaturarbeiten an einem Satelliten. Für zwei Minuten bricht der Kontakt zum Kontrollzentrum ab. Für zwei äußerst wesentliche Minuten wie sich schon bald herausstellt. Scheint die Welt nach der Genesung des hübschen Johnny wieder in Ordnung, so kommt es doch alsbald zu seltsamen Ereignissen. Spencers Kollege erliegt einem Schlaganfall, dessen Frau begeht Selbstmord, nicht ohne vorher Jillian mit mysteriösen Andeutungen zu verunsichern. Ihr Mann sei ein anderer gewesen, und er habe sich mit "denen" unterhalten: Stimmen aus dem Radio. Schon bald darauf erwartet Jillian Zwillinge, während ihr Ehemann Spencer sich mehr und mehr verändert und sie sich mit der Frage konfrontiert sieht, ob tatsächlich ihr Mann zur Erde zurückgekehrt ist, oder irgend jemand anderes. Und genau zu diesem Zeitpunkt erfährt sie, daß auch die Ehefrau von Spencers Kollegen mit Zwillingen schwanger ging. "The astronauts wife" ist kein effektlastiger Horrorthriller, vielmehr ein zwei Personen Stück, das sich sehr mild zum Psychothriller weiterentwickelt. Spezialeffekte sind eine Seltenheit, was den Film zu einer sehr angenehmen Überraschung macht. Natürlich sind die Anleihen klar. Astronautenehefrauen, die von außerirdischen Hausbesetzern im ehelichen Wirtskörper vernascht werden, sahen wir 1999 schon in "Sepcies 2", dort jedoch aufs unsubtilste umgesetzt und nur gut für ein paar Blutmanschereien. Natürlich lassen sich auch die filmhistorischen Vorbilder nicht verleugnen. Jillians Zwillinge könnten direkt aus dem "Village of the damned" gekommen sein. Schwangerschaften sind doch so stark mit Urängsten verbunden, daß Autoren und Filmemacher nicht widerstehen können, immer wieder damit zu spielen (siehe "Die Wiege des Bösen", "Rosemaries Baby", auch "Alien" fällt unter das Spiel mit dem Tabu Schwangerschaft) Wie so oft ist auch "The astronauts wife" Variation eines Themas – aber eine wirklich neue Geschichte zu schreiben, wird ja auch immer schwerer – aber auf jeden Fall eine sehr gelungene. Gerade durch den Verzicht auf Effekte wird dieses beinahe-Kammerspiel interessant – und vermutlich ist er gerade deswegen in den Kinos mehr oder minder untergegangen. "Rosemaries Baby" transformiert ins nächste Jahrtausend, diesmal nicht als Satans Sohn, sondern als außerirdischer Angreifer. Spannend und empfehlenswert, wahrscheinlich jedoch eher ungeeignet für schwangere Frauen. |